Am 24. Oktober 1929 gerieten an der New Yorker Börse viele Anleger in Panik und verkauften Aktien. Der als „Schwarzer Donnerstag“ bekannte Handelstag wurde zum Auftakt einer schweren Krise, die Banken, Beschäftigte und den internationalen Handel traf. In Deutschland verschärfte sie die bereits bestehenden Probleme der Weimarer Republik; der Börsenkrach allein erklärt jedoch weder den Verlauf der Weltwirtschaftskrise noch die politischen Folgen.
Am 24. Oktober 1929 setzte eine Verkaufswelle ein
In den Jahren vor dem Krach waren die Aktienkurse in den USA stark gestiegen. Als die Stimmung im Oktober 1929 kippte, wollten viele Anleger gleichzeitig verkaufen. Am Donnerstag, dem 24. Oktober, kam es an der Wall Street zu heftigen Verkäufen. Der Tag ging als „Schwarzer Donnerstag“ in die Geschichte ein.
Der Name bezeichnet einen markanten Börsentag, aber nicht den Abschluss des Geschehens. Der Kurssturz entwickelte sich über mehrere Handelstage weiter. Die Börse reagierte auf Verkäufe, Unsicherheit und die Sorge, dass Aktien zu hohen Preisen gehandelt worden waren. Einzelne dramatische Szenen an der Wall Street können den größeren wirtschaftlichen Zusammenhang nicht ersetzen.
Die folgenden Börsentage machten aus dem Einbruch eine Krise
Auf den Schwarzen Donnerstag folgten weitere starke Kursverluste. Besonders der 28. Oktober, der „Schwarze Montag“, und der 29. Oktober, der „Schwarze Dienstag“, stehen für die Fortsetzung des Absturzes. Viele Anleger verloren Vermögen; Unternehmen und Banken sahen sich mit einer veränderten finanziellen Lage und wachsender Unsicherheit konfrontiert.
Ein Börsencrash ist zunächst ein starker Einbruch der Aktienkurse. Eine Weltwirtschaftskrise umfasst mehr: Sie zeigt sich unter anderem in Problemen von Banken und Unternehmen, sinkender Nachfrage, weniger Investitionen und wachsender Arbeitslosigkeit. Der Börsensturz von 1929 war ein wichtiger Einschnitt, doch die Krise entstand und vertiefte sich über Jahre durch mehrere wirtschaftliche und politische Faktoren.
Über Banken und Handel erreichte die Krise Deutschland
Die Vereinigten Staaten und Deutschland waren wirtschaftlich miteinander verbunden. Amerikanische Kredite hatten in den Jahren zuvor zum Wiederaufbau und zur Stabilisierung der deutschen Wirtschaft beigetragen. Als die Krise in den USA die Finanzmärkte und die Kreditvergabe belastete, gerieten auch deutsche Unternehmen und Banken unter Druck. Ausländische Gläubiger zogen Kapital ab oder vergaben weniger neue Kredite; zugleich erschwerte die internationale Konjunkturschwäche den Absatz von Waren.
Das traf eine Wirtschaft, die bereits empfindlich auf Veränderungen der Kreditbedingungen reagierte. Wenn Banken Kredite einschränkten, fehlte Unternehmen Geld für Investitionen und laufende Kosten. Bei sinkender Nachfrage konnten Betriebe weniger verkaufen. Entlassungen und Einkommensverluste belasteten wiederum den Konsum. So verstärkten sich wirtschaftliche Schwierigkeiten gegenseitig, ohne dass sich die Entwicklung auf einen einzigen Auslöser zurückführen lässt.

In der Weimarer Republik verschärften sich die sozialen Folgen
Die Weltwirtschaftskrise traf die Weimarer Republik schwer und verschärfte ihre wirtschaftlichen und politischen Probleme. Unternehmen bauten Stellen ab, und viele Menschen verloren ihre Arbeit oder mussten mit unsicheren Einkommen auskommen. Für Familien bedeutete das weniger Geld für den Alltag. Für den Staat wuchs zugleich der Druck, auf sinkende Einnahmen und steigende soziale Not zu reagieren.
Das Deutsche Historische Museum ordnet die Krise als Belastung für die Weimarer Republik ein. Diese Einordnung ist wichtig, weil die Folgen nicht allein an der Börse sichtbar wurden: Sie reichten in Betriebe, Haushalte und politische Institutionen hinein. Konkrete Angaben zu Arbeitslosigkeit oder Kursverlusten hängen davon ab, welcher Zeitraum und welche statistische Reihe betrachtet werden; ohne eine solche Festlegung wären einzelne Zahlen leicht missverständlich.
Die wirtschaftliche Not verschärfte Konflikte und schwächte das Vertrauen in die politische Ordnung. Sie machte radikalen Parteien den Zulauf leichter, bestimmte aber nicht automatisch, wie sich die Politik entwickeln musste. Entscheidungen politischer Akteure, institutionelle Schwächen und weitere Ereignisse gehörten ebenfalls zur Geschichte der frühen 1930er-Jahre. Der Börsenkrach war ein Auslöser und Verstärker der wirtschaftlichen Krise, keine alleinige Erklärung für den späteren politischen Wandel.
Vom Börsentag zum langen Einschnitt
Die Entwicklung lässt sich in vier Stationen zusammenfassen:
- 24. Oktober 1929: Starke Verkäufe an der New Yorker Börse prägen den Schwarzen Donnerstag.
- 28. und 29. Oktober: Weitere Einbrüche machen deutlich, dass die Verluste nicht auf einen einzigen Handelstag begrenzt sind.
- Ab 1929: Finanzielle und wirtschaftliche Probleme breiten sich international aus und belasten auch Deutschland.
- Frühe 1930er-Jahre: Die Krise verschärft soziale Not und politische Spannungen in der Weimarer Republik.
Britannica beschreibt den Börsenkrach als ein im Oktober 1929 beginnendes Ereignis und hebt den 24. Oktober als Schwarzen Donnerstag hervor. Das Deutsche Historische Museum dokumentiert, wie die Weltwirtschaftskrise die Weimarer Republik belastete. Zusammengenommen zeigen die Quellen den Unterschied zwischen einem prägnanten Datum und einer Krise, deren Folgen sich über Jahre entfalteten.
Der nächste klar datierbare Börsenmeilenstein nach dem Schwarzen Donnerstag sind die erneuten Verluste am 28. und 29. Oktober 1929. Sie markieren, wie sich der Einbruch an der Wall Street in den folgenden Handelstagen fortsetzte.
Quelle: Encyclopaedia Britannica
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Quellenprüfung Historische Einordnung
Die Einordnung stützt sich auf Britannica zum Börsenkrach und das Deutsche Historische Museum zu den Folgen für die Weimarer Republik.
- Der 24. Oktober 1929 wird als Schwarzer Donnerstag erinnert.
- Der Börsenkrach setzte sich in den folgenden Handelstagen fort.
- Die Weltwirtschaftskrise verschärfte die wirtschaftlichen und politischen Probleme der Wei...
- Quelle
- Deutsches Historisches Museum, LeMO
- Umfang
- Deutschland und Vereinigte Staaten
- Aktualisiert
- 2026-10-24 09:16
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