Eine Zapfpistole beim Betanken eines weißen Autos an einer Tankstelle.

Benzin und Diesel sparen: So sinkt der Verbrauch im Alltag

Wer weniger für Benzin oder Diesel ausgeben möchte, kann oft schon mit der eigenen Fahrweise und einigen Kontrollen am Fahrzeug ansetzen. Reifendruck, unnötige Last, viele Kurzstrecken, starkes Beschleunigen, hohe Geschwindigkeit und eine ungünstig eingesetzte Klimaanlage beeinflussen den Verbrauch. Vor der nächsten Fahrt lohnt sich außerdem ein Preisvergleich und die Berechnung des eigenen Verbrauchs pro 100 Kilometer.

Den eigenen Verbrauch pro 100 Kilometer berechnen

Für eine verlässliche Einschätzung sollten Tankmenge und gefahrene Strecke möglichst genau erfasst werden. Die einfache Rechnung lautet:

getankte Liter ÷ gefahrene Kilometer × 100 = Verbrauch in Litern pro 100 Kilometer

Beispiel: Werden nach 620 Kilometern 38 Liter nachgetankt, ergibt sich ein Verbrauch von rund 6,1 Litern pro 100 Kilometer. Wer zusätzlich den bezahlten Literpreis notiert, kann die Kosten vergleichen:

Verbrauch pro 100 Kilometer × Literpreis ÷ 100 = Kraftstoffkosten pro 100 Kilometer

Der Wert schwankt je nach Strecke, Wetter, Beladung und Fahrweise. Aussagekräftiger wird der Vergleich, wenn mehrere Tankfüllungen unter ähnlichen Bedingungen betrachtet werden. Der Bordcomputer kann als Orientierung dienen, ersetzt aber nicht immer die Rechnung mit tatsächlich getankten Litern.

Reifendruck regelmäßig prüfen

Zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand. Der Motor muss dann mehr Arbeit leisten, was den Verbrauch steigern kann. Außerdem können sich Bremsweg, Kurvenverhalten und Reifenverschleiß verändern.

Der passende Druck steht meist in der Betriebsanleitung, an der Türsäule oder an der Innenseite der Tankklappe. Maßgeblich sind Fahrzeugmodell, Reifengröße und Beladung. Vor längeren Fahrten oder bei voller Besetzung sollte geprüft werden, ob ein höherer Druck für die Beladung vorgesehen ist.

Der Druck sollte möglichst an kalten Reifen kontrolliert werden. Ein Tankstellenmessgerät kann für eine schnelle Prüfung genügen; bei auffälligen Abweichungen oder wiederholtem Druckverlust ist eine Werkstatt sinnvoll.

Unnötige Last und Dachaufbauten entfernen

Jedes zusätzliche Gewicht muss beschleunigt und bergauf bewegt werden. Einzelne Gegenstände im Kofferraum machen im Alltag zwar nicht immer einen großen Unterschied, dauerhaft mitgeführte schwere Lasten können den Verbrauch jedoch erhöhen.

Benzin und Diesel sparen: So sinkt der Verbrauch im Alltag

Auch Dachboxen, Fahrradträger und Querträger verschlechtern häufig die Aerodynamik. Besonders bei schneller Fahrt steigt der Luftwiderstand deutlich. Deshalb sollten Dachaufbauten nach dem Einsatz abgenommen werden, wenn sie nicht gebraucht werden.

Vor einer längeren Fahrt hilft eine kurze Kontrolle: Was muss wirklich mit? Was kann aus dem Kofferraum, vom Dach oder aus dem Innenraum entfernt werden?

Vorausschauend fahren und gleichmäßig beschleunigen

Häufiges starkes Beschleunigen und spätes Bremsen kostet Energie. Wer den Verkehr früh beobachtet, kann häufiger den Fuß vom Gas nehmen und unnötige Brems- und Beschleunigungsvorgänge vermeiden. Das bedeutet nicht, langsam oder unsicher zu fahren, sondern die vorhandene Bewegungsenergie besser zu nutzen.

An Ampeln, Kreuzungen und Kreisverkehren lohnt sich ein größerer Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. So bleibt mehr Zeit, auf Veränderungen zu reagieren. Bergab sollte das Fahrzeug nicht in gefährlicher Weise rollen; die jeweils geeignete Motor- oder Betriebsbremse hängt vom Fahrzeug und der Verkehrssituation ab.

Bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe kann frühes Hochschalten bei niedriger Last den Verbrauch senken. Automatikfahrzeuge regeln vieles selbst, profitieren aber ebenfalls von sanftem Gasgeben und vorausschauendem Fahren.

Geschwindigkeit bewusst wählen

Mit steigender Geschwindigkeit nimmt der Luftwiderstand stark zu. Auf Autobahnen kann deshalb eine moderate Geschwindigkeit den Verbrauch spürbar beeinflussen, während der Zeitgewinn durch schnelleres Fahren oft kleiner ausfällt als erwartet.

Wichtig ist eine gleichmäßige Fahrweise ohne häufige starke Beschleunigung. Tempomat oder Abstandsregelung können auf geeigneten, ebenen Strecken helfen, die Geschwindigkeit stabil zu halten. Bei Gefälle, dichterem Verkehr, Baustellen oder wechselnden Bedingungen darf die Technik nicht zu einer unaufmerksamen Fahrweise führen.

Die beste Geschwindigkeit hängt außerdem von Fahrzeug, Reifen, Strecke und Verkehr ab. Eine pauschale Verbrauchsersparnis lässt sich deshalb nicht seriös für alle Autos angeben.

Kurzstrecken möglichst zusammenlegen

Auf sehr kurzen Strecken erreicht der Motor oft nicht seine optimale Betriebstemperatur. Zusätzlich wird Energie für das Aufheizen des Innenraums, das Entfrosten der Scheiben und andere Systeme benötigt. Viele kurze Fahrten können daher im Verhältnis mehr Kraftstoff verbrauchen als eine längere, zusammenhängende Strecke.

Benzin und Diesel sparen: So sinkt der Verbrauch im Alltag

Erledigungen lassen sich manchmal bündeln. Für besonders kurze Wege kommen, wenn es die Situation erlaubt, auch Fahrrad, öffentlicher Verkehr oder ein Fußweg infrage. Das ist nicht nur eine Frage des Verbrauchs, sondern kann auch Zeit und Verschleiß sparen.

Ein kalter Motor sollte nicht lange im Stand warmlaufen. Sicheres Losfahren und eine zurückhaltende Fahrweise in der ersten Phase sind in der Regel sinnvoller. Die Hinweise des Fahrzeugherstellers haben Vorrang.

Klimaanlage und elektrische Verbraucher sinnvoll nutzen

Die Klimaanlage benötigt Energie und kann den Verbrauch beeinflussen. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt unter anderem von Außentemperatur, Fahrzeug, Einstellung und Fahrgeschwindigkeit ab. Bei großer Hitze sollte die Anlage dennoch für sichere und angenehme Bedingungen genutzt werden.

Vor dem Losfahren kann kurzes Lüften helfen, die aufgeheizte Innenraumluft abzuführen. Während der Fahrt sollten Fenster bei höherem Tempo nicht dauerhaft weit geöffnet sein, weil dadurch der Luftwiderstand steigen kann. Bei niedriger Geschwindigkeit kann die Abwägung anders ausfallen.

Elektrische Verbraucher wie Sitzheizung, Heckscheibenheizung oder starke Beleuchtung benötigen ebenfalls Energie. Sie sollten nicht länger als nötig eingeschaltet bleiben. Sicherheitsrelevante Funktionen haben jedoch immer Vorrang vor einem kleinen Verbrauchsvorteil.

Diese Maßnahmen lassen sich schnell prüfen

Bereich Sinnvolle Prüfung Wichtiger Hinweis
Reifendruck Druck an kalten Reifen kontrollieren Vorgaben für Beladung und Reifengröße beachten
Fahrzeuglast Schwere Gegenstände entfernen Dachboxen und Träger nach Gebrauch abnehmen
Fahrweise Früh vom Gas gehen und sanft beschleunigen Verkehrssicherheit bleibt entscheidend
Geschwindigkeit Tempo gleichmäßig und angemessen halten Luftwiderstand steigt bei höherem Tempo stark
Kurzstrecken Erledigungen zusammenlegen Motor nicht im Stand warmlaufen lassen
Klimaanlage Lüften und Temperatur sinnvoll einstellen Komfort und sichere Sicht nicht einschränken

Vor dem Tanken Preis und Verbrauch vergleichen

Wer Kosten senken möchte, sollte nicht nur auf den Verbrauch achten. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe bei der Bundesnetzagentur veröffentlicht Informationen zur Preistransparenz bei Kraftstoffpreisen. Vor dem Tanken kann ein Blick auf aktuelle Vergleichsdaten helfen, eine günstigere Tankstelle in der Umgebung zu finden.

Entscheidend ist der Preis zum tatsächlichen Tankzeitpunkt. Angezeigte Werte können sich ändern und sollten deshalb unmittelbar vor der Fahrt oder dem Tankstopp geprüft werden. Eine längere Anfahrt zu einer günstigeren Tankstelle lohnt sich nur, wenn der zusätzliche Weg nicht mehr Kraftstoff kostet als die mögliche Ersparnis.

Am aussagekräftigsten ist die Kombination aus drei Angaben: aktuellem Literpreis, tatsächlich gefahrenen Kilometern und getankter Menge. Wer diese Werte regelmäßig notiert, erkennt eher, ob eine Änderung der Fahrweise oder des Reifendrucks den persönlichen Verbrauch verändert. Als nächster Schritt bietet sich die Kontrolle des Reifendrucks und die Berechnung des Verbrauchs der letzten Tankfüllung an.

Quelle: Bundesnetzagentur

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