Silhouetten von Bäumen unter einem spektakulären Sternenhimmel mit sichtbarer Milchstraße und Sternschnuppen.

Perseiden am 18. August: Wo sich der Blick noch lohnt

Von der Exteams-Redaktion | Stand: 17. August 2026

Auch nach dem Maximum der Perseiden können in der Nacht vom 17. auf den 18. August noch einzelne Meteore über Deutschland erscheinen. Eine Sichtung ist jedoch nicht garantiert: Entscheidend sind vor allem die lokale Bewölkung, die Helligkeit des Mondes, künstliches Licht und ein möglichst weiter Blick auf den Himmel.

Auf einen Blick

  • Am Stadtrand oder auf dem Land sind die Bedingungen meist besser als in der Innenstadt.
  • Die Augen benötigen etwa 20 bis 30 Minuten, um sich an die Dunkelheit anzupassen.
  • Fernglas und Teleskop sind nicht nötig; der freie Blick bietet das größte Sichtfeld.
  • Wolkenprognose und Niederschlagsradar sollten kurz vor der Abfahrt geprüft werden.
  • Warme Kleidung und eine geeignete Unterlage machen längeres Beobachten angenehmer.

Warum nach dem Maximum noch Meteore möglich sind

Die Perseiden sind kein Ereignis, das unmittelbar nach einer einzigen Spitzennacht endet. Die NASA beschreibt sie als jährlich wiederkehrenden Meteorstrom, der über mehrere Wochen im Juli und August aktiv ist und Mitte August sein Maximum erreicht. Danach sinkt die Aktivität, sie fällt aber nicht schlagartig auf null.

In der Nacht zum 18. August ist deshalb eher mit gelegentlichen Erscheinungen als mit einem dichten Meteorschauer zu rechnen. Mitunter bleibt der Himmel längere Zeit ruhig. Geduld gehört zur Beobachtung, ebenso die Bereitschaft, den Versuch bei ungünstigen Wolken oder stark aufgehelltem Himmel abzubrechen.

Die Perseiden scheinen aus der Richtung des Sternbilds Perseus zu kommen. Beobachtende müssen diesen sogenannten Radianten jedoch nicht ständig ansehen. Meteorspuren können in vielen Bereichen des Himmels auftauchen und wirken abseits des Radianten häufig länger.

Diese Sichtbedingungen entscheiden über den Abend

Ein klarer Himmel ist wichtiger als die genaue Blickrichtung. Schon größere Wolkenfelder können weite Teile des Himmels verdecken. Dünne Schleierwolken lassen zwar helle Sterne erkennen, schwächen aber lichtschwächere Meteore deutlich ab.

Perseiden am 18. August: Wo sich der Blick noch lohnt

Vor der Abfahrt lohnt sich deshalb ein Abgleich von lokalem Stundenwetter, Wolkenprognose und Niederschlagsradar. Die Bedingungen können sich innerhalb weniger Kilometer unterscheiden. Eine Wolkenlücke über dem Nachbarort ist hilfreicher als eine allgemein formulierte Prognose für ein ganzes Bundesland.

Auch Mondlicht hellt den Himmel auf und verringert den Kontrast. Falls der Mond sichtbar ist, kann ein Standort helfen, an dem ein Baum, Hügel oder Gebäude das direkte Licht abschirmt, ohne den übrigen Himmel zu verdecken. Straßenlaternen, beleuchtete Parkplätze und helle Fassaden sollten möglichst außerhalb des Blickfelds liegen.

Ein dunkler Standort bringt mehr als zusätzliche Ausrüstung

Geeignet sind frei zugängliche Plätze am Stadtrand oder auf dem Land mit weitem Himmelsausschnitt. Eine offene Wiese, ein zulässiger Aussichtspunkt oder ein unbeleuchteter Bereich abseits stark befahrener Straßen kann bessere Bedingungen bieten als ein Innenstadtbalkon.

Der Platz sollte dennoch sicher erreichbar sein. Unbekannte Feldwege, Böschungen, Gewässerränder und Straßen ohne Gehweg sind nachts riskant. Private Grundstücke dürfen nicht ohne Erlaubnis betreten werden. In Natur- und Landschaftsschutzgebieten gelten Wegegebote, Betretungsverbote und weitere örtliche Regeln auch während einer Meteorbeobachtung.

Wer einen passenden Ort erreicht hat, sollte helle Displays und Taschenlampen vermeiden. Das Auge braucht ungefähr 20 bis 30 Minuten für die Dunkeladaptation. Jeder Blick auf ein helles Smartphone kann diesen Prozess teilweise zurücksetzen. Falls Licht erforderlich ist, sollte es gedimmt und nur kurz verwendet werden.

Perseiden am 18. August: Wo sich der Blick noch lohnt

So gelingt die Beobachtung ohne Teleskop

Fernglas oder Teleskop sind für Perseiden nicht erforderlich. Beide Geräte zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des Himmels, während Meteore überraschend an unterschiedlichen Stellen erscheinen können. Am hilfreichsten ist der freie Blick mit möglichst großem Gesichtsfeld.

Für einen entspannten Versuch empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  1. Wetter, Wolkenentwicklung und den sicheren Zugang zum Standort vor der Abfahrt prüfen.
  2. Einen dunklen Platz mit freier Sicht wählen und direkte Lichtquellen abschirmen.
  3. Auf einer Isomatte oder einem Liegestuhl bequem nach oben schauen.
  4. Das Smartphone weglegen und den Augen mindestens 20 Minuten Zeit geben.
  5. Einen großen Himmelsbereich beobachten, statt nur auf Perseus zu starren.
  6. Mindestens eine halbe Stunde einplanen, ohne eine bestimmte Meteorzahl zu erwarten.

Auch im August kann es bei längerem Sitzen oder Liegen überraschend kühl werden. Eine zusätzliche Jacke, lange Kleidung, festes Schuhwerk und gegebenenfalls eine Decke gehören deshalb zur sinnvollen Vorbereitung. Abfälle und Ausrüstung sollten vollständig wieder mitgenommen werden.

Der letzte sinnvolle Check erfolgt unmittelbar vor dem Aufbruch: Zeigen die lokalen Wolkenkarten einen ausreichend freien Himmel und ist ein legaler, sicherer Standort erreichbar, kann sich der Versuch lohnen. Bleibt die Wolkendecke geschlossen, lässt sich eine Sichtung auch am besten Platz nicht erzwingen.

Quelle: NASA

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