Eine beleuchtete Tankstelle bei Nacht mit einem weißen Auto an einer Zapfsäule.

Tanken am Monatsende: Preise prüfen und Verbrauch berechnen

Wer am Monatsende tanken muss, kann vor der Fahrt die aktuellen Preise in der Nähe vergleichen und mit den eigenen Tankbelegen prüfen, wie viel Kraftstoff das Auto tatsächlich verbraucht. So lässt sich eine informierte Tankentscheidung treffen, ohne allein auf einen niedrigen Literpreis zu schauen: Auch der Umweg und der persönliche Verbrauch zählen. Wer beides berücksichtigt, kann besser einschätzen, ob sich eine günstigere Station für die geplante Tankmenge tatsächlich lohnt.

Aktuelle Preise am eigenen Standort vergleichen

Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt sammelt und veröffentlicht aktuelle Kraftstoffpreise teilnehmender Tankstellen. Über Preisvergleichsdienste, die diese Daten nutzen, können Autofahrer Angebote am eigenen Standort ansehen. Die Preise ändern sich laufend und unterscheiden sich je nach Ort und Tankstelle; ein angezeigter Preis ist daher eine Momentaufnahme. Die Daten bieten einen Anhaltspunkt für den Vergleich, bilden aber nur die teilnehmenden Tankstellen ab.

Vergleichen Sie vor dem Losfahren denselben Kraftstofftyp und prüfen Sie, wann die Preisangabe zuletzt aktualisiert wurde. Ein Preis für eine andere Kraftstoffsorte ist für die eigene Entscheidung nicht aussagekräftig. Achten Sie außerdem darauf, ob die Tankstelle tatsächlich auf Ihrer Strecke liegt und geöffnet ist. Wenn zwischen Preisabfrage und Ankunft Zeit vergeht, kann sich der angezeigte Preis bereits geändert haben.

Rechnet sich eine günstigere Tankstelle mit Umweg?

Ein niedrigerer Preis pro Liter bedeutet nicht automatisch, dass die Fahrt dorthin günstiger ist. Entscheidend ist, wie viele Liter Sie voraussichtlich tanken und wie viel zusätzliche Strecke nötig wird. Schätzen Sie den Umweg mit dem Verbrauch Ihres Autos und dem Preis am Ziel ab. Je kleiner die Tankmenge, desto geringer fällt auch der Vorteil eines Preisunterschieds aus.

Für einen ersten Vergleich können Sie die Ersparnis pro Liter mit der geplanten Tankmenge multiplizieren. Davon ziehen Sie die Kraftstoffkosten für die zusätzliche Strecke ab. Das Ergebnis ist eine Näherung: Verkehr, Fahrweise und der tatsächliche Verbrauch auf dem Umweg können die Rechnung verändern. Bei einer ohnehin geplanten Fahrt zu einer Station auf der Strecke fällt kein zusätzlicher Weg an; bei einem Abstecher sollte dieser in der Rechnung berücksichtigt werden.

Beispiel: Eine Tankstelle verlangt 4 Cent weniger pro Liter. Bei 40 Litern ergibt das 1,60 Euro Preisvorteil. Verbraucht das Auto auf dem zusätzlichen Weg Kraftstoff im Wert von ungefähr 1,60 Euro oder mehr, ist der Preisunterschied durch den Umweg aufgebraucht. Bei einer kleineren Tankmenge fällt die mögliche Ersparnis entsprechend geringer aus. Die Rechnung bezieht sich auf den Kraftstoff für den Zusatzweg; Verkehr und Verbrauchsschwankungen können das Ergebnis verschieben.

Verbrauch aus Tankbelegen berechnen

Der tatsächliche Kraftstoffverbrauch lässt sich mit den getankten Litern und der gefahrenen Strecke berechnen. Die übliche Angabe lautet Liter pro 100 Kilometer. Dafür teilen Sie die nachgefüllte Kraftstoffmenge durch die gefahrenen Kilometer und multiplizieren das Ergebnis mit 100:

Tanken am Monatsende: Preise prüfen und Verbrauch berechnen

Verbrauch = getankte Liter ÷ gefahrene Kilometer × 100

Für eine brauchbare Messung tanken Sie möglichst jeweils bis zum gleichen Füllstand. Notieren Sie den Kilometerstand und die getankte Menge auf dem Beleg oder in einer Liste. Beim nächsten vergleichbaren Tankstopp können Sie die Strecke zwischen den Stopps und die nachgefüllten Liter verwenden. Gleichbleibende Füllstände helfen, die verglichenen Abschnitte besser einzuordnen; die Rechnung bleibt dennoch ein persönlicher Richtwert.

Rechenbeispiel

Zwischen zwei vergleichbaren Tankstopps liegen 620 Kilometer. Bis zum gleichen Füllstand wurden 39 Liter nachgefüllt. Die Rechnung lautet: 39 ÷ 620 × 100. Das Auto hat in diesem Zeitraum rund 6,3 Liter pro 100 Kilometer verbraucht. Diesen Wert können Sie für eine grobe Einschätzung des Kraftstoffbedarfs nutzen, wenn Sie eine Tankmenge oder einen möglichen Umweg vergleichen.

Ein einzelner Abschnitt ist nur ein Richtwert. Kurzstrecken, Staus, Außentemperatur, Zuladung und Fahrstil können den Verbrauch beeinflussen. Aussagekräftiger wird der persönliche Wert, wenn Sie mehrere Tankstopps erfassen und die Ergebnisse vergleichen. So sehen Sie eher, ob ein einzelner Wert durch besondere Fahrbedingungen geprägt war.

Was die Ersparnis begrenzt

Preisvergleiche zeigen, wo ein niedrigerer Preis gemeldet wurde; sie garantieren weder, dass dieser beim Eintreffen noch gilt, noch dass sich ein Umweg lohnt. Prüfen Sie die Anzeige daher kurz vor der Abfahrt erneut und beziehen Sie die tatsächliche Strecke mit ein. Bundesweite Durchschnittswerte oder feste „günstigste Tankzeiten“ helfen bei einer konkreten lokalen Entscheidung nur, wenn sie mit aktuellen und passenden Daten belegt sind.

Mit dem eigenen Verbrauch aus mehreren Tankbelegen können Sie künftig besser abschätzen, wie viele Liter Sie benötigen und welchen Unterschied ein Preisabstand tatsächlich macht. Für die nächste Tankentscheidung zählen damit der aktuelle Preis für den passenden Kraftstoff, die voraussichtliche Tankmenge und ein möglicher Zusatzweg.

Quelle: Bundeskartellamt

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