Ein weißer Heizkörper unter einem Holzfenster in einer typisch deutschen Wohnung.

Heizkosten im Winter senken: Diese Gewohnheiten helfen

Mit passenden Temperaturen, kurzem Stoßlüften und freien Heizkörpern lässt sich im Winter oft Energie sparen, ohne die Wohnung unnötig auszukühlen. Wie viel das ausmacht, hängt jedoch vom Gebäude, der Heizung und der Nutzung ab. Ein guter Start ist, die Räume einzeln anzusehen und den eigenen Verbrauch mit früheren Abrechnungszeiträumen zu vergleichen.

Die Temperatur passend zum Raum wählen

Jedes Grad weniger kann den Heizbedarf senken; häufig wird eine Absenkung um ein Grad als Orientierung genannt. Daraus lässt sich keine feste Ersparnis für jeden Haushalt ableiten: Dämmung, Wetter, Heizungsregelung und die tatsächlich beheizte Fläche beeinflussen das Ergebnis.

Als grobe Orientierung werden für Wohnräume oft etwa 20 Grad und für Schlafzimmer etwas niedrigere Temperaturen gewählt. Im Bad kann es während der Nutzung wärmer sein. Entscheidend sind Komfort und Gesundheit: Räume sollten nicht so weit auskühlen, dass sie dauerhaft unangenehm kalt oder feucht werden.

Die Zahlen auf dem Thermostat entsprechen nicht direkt einer bestimmten Heizleistung. Bei vielen Heizkörperthermostaten stehen die Stufen für angestrebte Raumtemperaturen; die genaue Zuordnung kann je nach Modell abweichen. Eine höhere Stufe heizt den Raum nicht schneller auf. Sie stellt lediglich eine höhere Zieltemperatur ein.

Raum für Raum vorgehen

  • Wohnzimmer: Eine angenehme, gleichmäßige Temperatur einstellen und Heizkörper nicht mit Möbeln oder dichten Vorhängen verdecken. Bei längerer Abwesenheit kann eine niedrigere Einstellung sinnvoll sein.
  • Schlafzimmer: Häufig reicht eine niedrigere Temperatur als im Wohnbereich. Morgens kurz lüften und die Zimmertür schließen, wenn die übrige Wohnung deutlich wärmer ist.
  • Bad: Vor der Nutzung bei Bedarf etwas höher heizen und anschließend wieder auf die übliche Einstellung zurückstellen. Handtücher sollten den Heizkörper nicht großflächig abdecken.
  • Küche: Kochen und Geräte geben Wärme ab. Das ersetzt keine passende Grundtemperatur, kann aber bei der Einstellung berücksichtigt werden.
  • Wenig genutzte Räume: Nicht automatisch vollständig auskühlen lassen. Eine niedrigere, stabile Temperatur kann helfen, starke Temperaturunterschiede zu angrenzenden Räumen zu vermeiden.

Freie Heizkörper geben ihre Wärme besser an den Raum ab. Sofas, Verkleidungen, lange Vorhänge oder abgestellte Gegenstände können die Wärmeabgabe behindern und dazu führen, dass der Thermostat die Raumtemperatur schlechter erfasst.

Lüften, ohne die Wohnung auszukühlen

Beim Stoßlüften werden die Fenster für kurze Zeit weit geöffnet. Das tauscht feuchte Raumluft gegen Außenluft aus; anschließend sollten die Fenster wieder geschlossen werden. Wie lange gelüftet werden muss, hängt unter anderem von Außentemperatur und Wind ab. Dauerhaft gekippte Fenster können im Winter Wärme entweichen lassen und die Bereiche rund um das Fenster abkühlen.

Nach dem Duschen, Kochen und morgens im Schlafzimmer ist Lüften besonders nützlich, weil dabei viel Feuchtigkeit entsteht. Türen zu deutlich kühleren Räumen sollten geschlossen bleiben: Warme, feuchte Luft kann dort an kalten Oberflächen kondensieren und Schimmel begünstigen.

Heizkosten im Winter senken: Diese Gewohnheiten helfen

Heizzeiten an den Tagesablauf anpassen

Wer tagsüber außer Haus ist, kann die Temperatur während längerer Abwesenheit senken. Vor dem Schlafengehen oder vor einer kurzen Erledigung muss die Heizung dagegen nicht jedes Mal stark heruntergeregelt werden. Häufiges extremes Auf und Ab bringt wenig Komfort und macht es schwieriger, eine gleichmäßige Temperatur zu halten.

Bei programmierbaren Thermostaten lassen sich Zeiten für den Alltag hinterlegen. Prüfen Sie nach einigen Tagen, ob die Räume zur gewünschten Zeit angenehm sind. Eine zu starke Absenkung kann dazu führen, dass das Wiederaufheizen lange dauert; die passende Einstellung ist abhängig von Gebäude und Heizsystem.

Häufige Bedienfehler vermeiden

  • Thermostat ganz aufdrehen: Das macht den Raum nicht schneller warm. Stellen Sie die gewünschte Zieltemperatur ein und geben Sie der Heizung Zeit.
  • Fenster bei laufender Heizung offen lassen: Zum Lüften die Heizleistung vorübergehend reduzieren und nach dem Schließen der Fenster wieder passend einstellen.
  • Heizkörper zustellen: Möbel und Vorhänge mit Abstand platzieren, damit die Wärme in den Raum gelangen kann.
  • Alle Räume gleich behandeln: Nutzung, gewünschte Temperatur und Feuchtigkeit unterscheiden sich. Eine einzelne Einstellung passt nicht automatisch für die ganze Wohnung.
  • Kalte oder feuchte Räume ignorieren: Bleibt ein Raum trotz passender Einstellung kalt oder bildet sich wiederholt Schimmel, sollte die Ursache geprüft werden. Mögliche Gründe reichen von Luftfeuchte und Wärmebrücken bis zu Problemen mit Heizkörper oder Gebäude.

Verbrauch mit der eigenen Abrechnung prüfen

Vergleichen Sie den Verbrauch nach Möglichkeit mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres und berücksichtigen Sie, dass ein milder oder besonders kalter Winter den Vergleich verändert. Bei Heizkostenabrechnungen können außerdem Ablesezeitraum, Wohnfläche und Abrechnungsverfahren eine Rolle spielen. Die Rechnung zeigt, ob sich der Verbrauch verändert hat; sie beweist für sich genommen nicht, welche einzelne Gewohnheit dafür verantwortlich ist.

Notieren Sie Ihre Einstellungen und beobachten Sie über mehrere Wochen, ob Räume ausreichend warm bleiben und die Luftfeuchtigkeit unauffällig ist. Ändern Sie jeweils nur wenige Dinge auf einmal. So lässt sich besser erkennen, welche Anpassungen im eigenen Zuhause praktikabel sind.

Wenn einzelne Heizkörper trotz aufgedrehtem Thermostat kalt bleiben, Räume dauerhaft auskühlen oder Schimmel wiederkehrt, lassen Sie die Ursache fachlich prüfen. Eine pauschale Temperaturabsenkung ist dann keine ausreichende Lösung.

Quelle: Editorial research

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