Smartphone-Display zeigt Account-Einstellungen und eine Aufforderung zur Sicherheits-Verifizierung des Kontos

Passwortmanager einrichten: Familienkonten besser schützen

Ein Passwortmanager hilft Familien, für jedes wichtige Konto ein eigenes starkes Passwort zu nutzen. Richten Sie zuerst den Zugang zum E-Mail-Konto, zum Onlinebanking und zu Behördenportalen ab: Aktivieren Sie zusätzlich die Zwei-Faktor-Authentifizierung und legen Sie fest, wie ein Familienmitglied im Notfall Zugriff erhält.

Prioritäten: E-Mail, Banking und Behördenkonten zuerst

Beginnen Sie mit Konten, über die sich andere Zugänge zurücksetzen lassen oder die besonders persönliche Daten enthalten. Das E-Mail-Konto steht meist an erster Stelle: Wer es kontrolliert, kann häufig Passwortänderungen für weitere Dienste anstoßen. Sichern Sie danach Banking- und Behördenkonten.

Ein Passwortmanager speichert Zugangsdaten verschlüsselt und kann starke, zufällige Passwörter erzeugen. Für jedes Konto sollte ein eigenes Passwort hinterlegt sein. Wird ein Passwort bei einem Anbieter bekannt, bleibt so der Zugang zu anderen Diensten geschützt.

Vermeiden Sie leicht zu erratende oder wiederverwendete Passwörter, etwa Namen, Geburtstage oder dieselbe Kombination für mehrere Konten. Ein langes, einzigartiges Passwort aus dem Passwortmanager ist im Alltag einfacher zu verwalten als viele kurze Varianten, die man sich merken muss.

Passwortmanager für die Familie einrichten

Wählen Sie einen Passwortmanager, der auf den Geräten der Familie funktioniert und eine sichere Synchronisierung bietet. Prüfen Sie vor dem Einrichten, wie der Anbieter den Tresor schützt und welche Möglichkeiten es für Notfallzugang oder gemeinsame Tresore gibt. Teilen Sie nicht pauschal alle Passwörter miteinander: Gemeinsam genutzte Zugänge gehören in einen freigegebenen Bereich, persönliche Konten in den privaten Tresor.

Gehen Sie anschließend schrittweise vor:

  1. Richten Sie den Passwortmanager auf einem vertrauenswürdigen Gerät ein und vergeben Sie ein starkes, einzigartiges Master-Passwort.
  2. Aktivieren Sie, sofern verfügbar, die Zwei-Faktor-Authentifizierung für den Passwortmanager selbst.
  3. Ändern Sie zuerst die Passwörter für E-Mail, Onlinebanking und Behördenkonten in jeweils einzigartige, vom Manager erzeugte Passwörter.
  4. Speichern Sie die neuen Zugangsdaten direkt im Tresor und prüfen Sie, ob Sie sich damit erneut anmelden können.
  5. Ergänzen Sie weitere wichtige Konten nach und nach. Löschen Sie alte Passwortnotizen auf Papier oder in ungeschützten Dateien, sobald sie nicht mehr gebraucht werden.

Das Master-Passwort sollte nicht in einem ungeschützten Dokument auf dem Computer oder Smartphone liegen. Wählen Sie eine lange Passphrase, die Sie nicht bereits für ein anderes Konto verwenden. Wenn Sie sie aufschreiben müssen, bewahren Sie den Zettel an einem sicheren, privaten Ort auf.

Zwei-Faktor-Authentifizierung zusätzlich aktivieren

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung verlangt neben dem Passwort einen zweiten Nachweis, zum Beispiel einen Code aus einer Authentifizierungs-App, einen Sicherheitsschlüssel oder eine Bestätigung auf einem vertrauenswürdigen Gerät. Aktivieren Sie sie für den Passwortmanager und die wichtigsten Konten, sofern der jeweilige Dienst sie anbietet.

Richten Sie den zweiten Faktor direkt in den Sicherheitseinstellungen des Dienstes ein. Prüfen Sie dabei, ob mehrere sichere Methoden hinterlegt werden können. Eine Ersatzmethode kann helfen, wenn das Smartphone verloren geht oder gewechselt werden muss. Teilen Sie Einmalcodes niemals am Telefon oder per Nachricht mit Personen, die danach fragen.

Passwortmanager einrichten: Familienkonten besser schützen

Wiederherstellungscodes sicher aufbewahren

Viele Dienste geben nach dem Einrichten der Zwei-Faktor-Authentifizierung Wiederherstellungscodes aus. Mit ihnen kann der Zugang wiederhergestellt werden, wenn der zweite Faktor nicht verfügbar ist. Behandeln Sie diese Codes wie einen Schlüssel zum Konto: Wer sie besitzt, kann möglicherweise die zusätzliche Anmeldung umgehen.

Bewahren Sie die Codes getrennt vom Gerät auf, mit dem Sie sich anmelden. Geeignet ist zum Beispiel ein verschlossener, geschützter Ort, auf den im Notfall eine vertrauenswürdige Person zugreifen kann. Speichern Sie sie nicht als ungeschützte Bildschirmaufnahme in der Fotogalerie oder in einer frei zugänglichen Cloud-Datei. Verwenden Sie einen Code nur einmal und ersetzen Sie verbrauchte Codes, wenn der Dienst neue bereitstellt.

Notfallplan für Ausfall, Verlust oder Krankheit

Legen Sie fest, wie ein erwachsenes Familienmitglied im Notfall an wichtige Zugänge kommt, ohne dass alle Passwörter dauerhaft offengelegt sind. Manche Passwortmanager bieten eine Notfallfreigabe mit Wartezeit oder Zustimmung. Falls Ihr Dienst das nicht unterstützt, können Sie die nötigen Informationen und den Aufbewahrungsort der Wiederherstellungscodes schriftlich festhalten und sicher verwahren.

Der Notfallplan sollte klären:

  • Wer darf im Ernstfall auf den Passwortmanager oder ausgewählte gemeinsame Zugänge zugreifen?
  • Wo liegen Master-Passwort-Hinweise und Wiederherstellungscodes?
  • Wie kann die berechtigte Person den Zugang wiederherstellen, wenn ein Gerät verloren geht?
  • Wer aktualisiert die Angaben, wenn Geräte oder Zuständigkeiten wechseln?

Geben Sie Kindern nur die Zugänge, die sie für ihre eigenen Konten benötigen. Besprechen Sie altersgerecht, dass Passwörter und Bestätigungscodes privat bleiben und nicht an Fremde weitergegeben werden. Prüfen Sie den Notfallplan gelegentlich gemeinsam und aktualisieren Sie ihn nach einem Gerätewechsel.

BSI-Hinweise im Alltag nutzen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, Passwörter nicht mehrfach zu verwenden und auf starke Zugangsdaten zu achten. Ein Passwortmanager kann dabei helfen, diese Grundregel im Familienalltag umzusetzen. Die konkrete Einrichtung und verfügbare Wiederherstellungswege unterscheiden sich je nach Anbieter und Konto.

Prüfen Sie deshalb bei jedem wichtigen Dienst die aktuellen Sicherheits- und Wiederherstellungseinstellungen. Besonders nach einem neuen Smartphone, einer geänderten E-Mail-Adresse oder einem Wechsel des Passwortmanagers lohnt sich ein kurzer Check: Funktioniert der zweite Faktor, sind die Wiederherstellungscodes noch verfügbar und ist der Notfallzugang nachvollziehbar?

Quelle: Bsi

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